Was ist Propolis – und wie nutzen Bienen es?
Was ist Propolis? Es ist eines der faszinierendsten Bienenprodukte überhaupt: ein natürliches Harz-Wachs-Gemisch, das Bienen als Desinfektionsmittel und Dichtmasse einsetzen. Propolis ist eine Mischung aus Baumharz, Knospenharz, Wachs, ätherischen Ölen und Sekreten der Arbeitsbienen. Die Honigbienen benutzen es zum Abdichten von Ritzen und Löchern, die zu klein für Wachsverbau sind. Außerdem wird der komplette Innenraum des Bienenstocks mit einer hauchdünnen Schicht Propolis ausgekleidet. Da Propolis eine hemmende Wirkung auf viele Bakterien, Pilze und Viren hat, dient diese dünne Schicht der Desinfektion des häuslichen Lebensraums der Bienen.
Woher kommt das Harz – und welche Bäume liefern es?
Sammlerinnen tragen das Rohmaterial als klebrige Klümpchen an ihren Hinterbeinen heim – ähnlich wie Pollen, nur zähflüssiger und deutlich klebriger. Im Harz sind dafür vor allem Birke, Pappel, Erle und Fichte verantwortlich. Die Knospenharze dieser Bäume sind reich an Flavonoiden und phenolischen Verbindungen – genau den Stoffen, die dem Propolis seine antimikrobielle Wirkung geben.
Ein einzelnes Bienenvolk sammelt im Jahr je nach Standort zwischen 100 und 300 Gramm Propolis. Das klingt nach wenig – und das ist es auch. Wer schon mal versucht hat, das klebrige Zeug von Holzteilen des Bienenstocks zu kratzen, weiß: Das ist mühsame Arbeit. Deswegen ist Propolis entsprechend selten und wertvoll.
Inhaltsstoffe: Flavonoide im Mittelpunkt
Die Zusammensetzung von Propolis variiert je nach Standort, Baumart und Jahreszeit erheblich. Grundsätzlich besteht es zu etwa 50–70 % aus Harzen und Balsamen, zu 30 % aus Wachsen und zu etwa 10 % aus ätherischen Ölen. Der entscheidende Teil sind jedoch die Flavonoide – sekundäre Pflanzenstoffe wie Chrysin, Galangin und Pinocembrin. Sie gelten als Hauptträger der biologischen Aktivität. Dazu kommen Zimtsäurederivate, Phenolsäuren und verschiedene Mineralspuren. Was genau im Propolis steckt, hängt buchstäblich davon ab, welche Bäume in der Umgebung des Bienenstocks stehen.
Wie wir die Propolistinktur herstellen
Diesen Effekt nutzen wir in unserer Propolistinktur. Die Herstellung ist recht einfach, aber arbeitsaufwändig. Zunächst wird das Kittharz von den Holzteilen des Bienenstocks abgekratzt – in der Regel bei den sogenannten Honigräumen, also den Teilen des Stocks, die nur im Sommer verwendet werden. Die abgekratzten Bruchstücke werden in Bio-Alkohol eingelegt. In einem mehrstufigen Verfahren wird das Propolis im Alkohol gelöst und die Konzentration schrittweise gesteigert. Dann lässt man die groben Partikel, die sich nicht gelöst haben, absetzen, zieht das reine Propolis-Alkohol-Gemisch ab und füllt es in Tinkturfläschchen.
Ob äußerlich oder innerlich angewendet: Die Zielstellung ist immer gleich. Das Propolis soll, wie im Bienenstock, in einer hauchdünnen Schicht verteilt werden. Dazu ist die Alkohollösung ideal. Auf der Anwendungsstelle verteilt sich der Alkohol sofort und verdunstet dann. Zurück bleibt eine hauchdünne Schicht Propolis, die dort wirken kann wie im Bienenstock.
Praktische Anwendungstipps
Äußerlich lässt sich die Tinktur direkt auf kleine Wunden, Entzündungen oder gereizte Hautstellen auftragen. Innerlich schätzen viele Menschen Propolis in der kalten Jahreszeit. Eine bewährte Kombination: einige Tropfen Propolistinktur in einem Teelöffel Honig auflösen, dann in heißen – aber nicht kochenden – Tee einrühren. So profitiert man gleichzeitig von den Inhaltsstoffen des Honigs und des Propolis. Wichtig: Propolis kann bei manchen Menschen allergische Reaktionen auslösen, vor allem bei Personen mit Bienenprodukt-Allergie. Im Zweifel erstmal mit wenigen Tropfen testen.
Warum Propolis aus dem Harz besonders ist
Regionales Propolis ist immer ein Spiegel seiner Umgebung. Im Harz stehen unsere Völker zwischen Fichten, Birken, Erlen und blütenreichen Wiesen. Das schlägt sich direkt in der Zusammensetzung des Propolis nieder. Industriell hergestellte Propolisprodukte werden häufig aus Importen gemischt und standardisiert – da weiß man oft nicht genau, von welchen Bäumen das Harz stammt. Bei uns wissen wir das. Das Propolis kommt von unseren Völkern, aus dem Harz, und wird von uns selbst weiterverarbeitet. Mehr Transparenz geht kaum.



