Was war nochmal der Honigraum??

Was ist der Honigraum – und wann kommt er auf den Stock?

Der Honigraum ist in der Imkerei das Herzstück der Honigernte: Hier lagern die Bienen den reifen Honig in Waben ein – bereit für die Schleuder. Für Außenstehende klingt “Honigraum” vielleicht nach einem geheimnisvoller Raum, in dem in Wannen voll Honig gebadet wird. Nein – Quatsch! Aber der Gedanke ist gar nicht so weit hergeholt, wenn man sieht, wie voll die Rähmchen nach einer guten Saison sein können.

Die letzten warmen Wochen haben den Frühling endlich in die Spur gebracht. Es blüht überall. Erst Salweide, Hasel und Mirabelle. Jetzt Apfel, Birne, Kirsche, Ahorn, Löwenzahn, Kastanie und vieles mehr. Und bald öffnet auch die Robinie schon ihre begehrte Blütenpracht. Unsere Bienen haben nur darauf gewartet. Die Völker sind bei geringen Verlusten sehr gut ausgewintert und haben sich prächtig entwickelt – so prächtig, dass wir schon die Honigräume aufgesetzt haben.

Der Honigraum in der Imkerei: Schritt für Schritt

Die Honigräume in der Imkerei enthalten bei uns neun Rähmchen, die mit schönen hellen Honigwaben aus Wachs ausgebaut sind. Die Bienen haben im Honigraum Platz, um den vielen Nektar unterzubringen und zu Honig zu verarbeiten. Das Aufsetzen ist eine schöne Arbeit – die Bienen werden dabei kaum gestört, und wir Imker sind voller Vorfreude auf die baldige Ernte. So läuft es ab:

  1. Honigraum und Absperrgitter stehen parat. Mit dem Smoker bekommt das Volk ein wenig Rauch – so weiß es, dass der Imker kommt, und bleibt ruhig.
  2. Die Deckel werden abgenommen.
  3. Das Absperrgitter wird aufgelegt. Es hat Schlitze, die genau dem Körpermaß der Arbeiterinnen entsprechen. Die Arbeiterinnen können durch – die Königin nicht. So gibt es keine Bienenbrut im Honigraum, was die spätere Schleuderarbeit deutlich vereinfacht.
  4. Bevor der Honigraum aufgesetzt wird, müssen noch Reste vom Winterfutter entnommen werden – sonst würde dieses im frischen Honig landen.
  5. Und schon steht der Honigraum auf dem Volk. Folie, Deckel und Plane kommen wieder oben drauf. Fertig.

Was im Honigraum passiert: Bienen als Klimaanlage

Was sich im Honigraum in der Imkerei abspielt, ist beeindruckend. Die Sammlerinnen tragen Nektar ein, der zu diesem Zeitpunkt noch einen Wassergehalt von bis zu 80 % hat. Das ist weit entfernt von Honig. Im Stock übergeben sie den Nektar an Stockbienen, die ihn mehrfach in ihren Honigmägen aufnehmen und wieder abgeben. Dabei werden Enzyme eingearbeitet, die Zucker umwandeln und die Haltbarkeit sichern. Parallel dazu fächeln tausende Bienen mit ihren Flügeln Luft durch den Honigraum – eine biologische Klimaanlage, die den Wassergehalt Stunde für Stunde senkt. Erst wenn der Wassergehalt unter 18 % gesunken ist, gilt der Honig als reif. Dann versiegeln die Bienen die Zellen mit einem dünnen Wachsdeckel – der sogenannten Verdeckelung.

Der Wassergehalt entscheidet über Qualität und Haltbarkeit

Der Wassergehalt ist kein Nebenwert – er entscheidet darüber, ob Honig jahrelang haltbar bleibt oder zu gären beginnt. Honig mit mehr als 18 % Wassergehalt ist mikrobiologisch nicht stabil; Hefen können aktiv werden und eine Fermentation einleiten. Das Ergebnis schmeckt säuerlich und ist kein Honig mehr im rechtlichen Sinne. Deshalb warten wir, bis die Waben im Durchschnitt unter 18% Wassergehalt liegen, bevor wir den Honigraum abnehmen. Wer zu früh erntet, riskiert verderblichen Honig – egal wie verlockend die vollen Rähmchen aussehen.

Und dann kommt die Schleuder

Wenn die Rähmchen voll und gut verdeckelt sind, beginnt die eigentliche Ernte. Die Bienen werden sanft aus dem Honigraum entfernt, die Wachsdeckel werden aufgeschnitten, und die Rähmchen kommen in die Honigschleuder. Durch die Zentrifugalkraft fließt der Honig aus den Zellen, sammelt sich am Boden und wird abgefüllt. Was als Nektar auf einer Sommerwiese begann, landet ein paar Wochen später als fertiger Harzer Bio-Honig im Glas.

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